Redewendungen


 

 

Der "Hund" in Redensarten und Redewendungen 

 

 

 


    1. Damit lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor. (Das ist langweilig / völlig uninteressant. Damit kann man bei niemandem Interesse wecken.)
    2. Man steht da wie ein geprügelter Hund / ein begossener Pudel / wie ein Hund mit eingezogenem Schwanz. (Die Person schämt sich / ist sehr kleinlaut.)
    3. Er ist mit allen Hunden gehetzt. (Die Person ist gewieft, raffiniert, durchtrieben, ausgebufft; gleichbedeutend mit der Formulierung "mit allen Wassern gewaschen"; historische Erklärung: Wild, das über entsprechende Erfahrungen verfügt, entkommt mit der erworbenen List vielen weiteren Gefahren.)
    4. Er hat Schulden, wie ein Hund Flöhe. (Er hat unübersehbar viele Schulden.)
    5. Das ist ja ein dicker Hund! (Das ist ein starkes Stück! Das ist ein Skandal!Das ist eine Frechheit! Das ist eine Unverschämtheit).
    6. Das ist des Pudels Kern! (Das ist die eigentliche Ursache. Das ist der Punkt! )
    7. Von dem nimmt kein Hund ein Stück Brot. (Diese Person wird von allen gemieden und verachtet.)
    8. Da liegt der Hunde begraben. (Dies ist der Kern der Sache, die Ursache, der entscheidende Punkt.Historische Erklärung: Das Wort "Hund" hat nichts mit dem Haustier zu tun, sondern im MIttelhochdeutschen bedeutete das Wort Beute, Raub, Schatz. Es gibt verschiedene Interpretationen dieser Redewendung: so wurden nach dem Volksglauben des 17. Jahrhunderts verborgene Schätze von einem schwarzen Hund bewacht)
    9. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. (Das ist ja nicht zu fassen! (Ausdruck von Verwunderung / Ratlosigkeit) (Umgangssprache)
    10. Man ist auf den Hund gekommen. ( Die Person ist in schlechte Verhältnisse gekommen, ist verarmt, ist wirtschaftlich ruiiniert. Mögliche historische Erklärungen: 1. wer in schlechte wirtschaftliche Verhältnisse kam, musste vom Pferdegespann auf das Hundespann umsteigen. 2. Das Geld wurde vor allem in Wäschetruhen aufbewahrt. Auf derem Boden befanden sich Hundeporträts. War die Truhe leer und das Geld auf, kam das Hundebild zum Vorschein.
    11. Das ist ja zum junge Hunde kriegen! (Das ist zum Verzweifeln)
    12. Man kann heulen wie ein Schlosshund. (Die Person muss ohne Unterlass weinen und kann nicht aufhören.) (Gemeint ist der Hund an der Kette "Schloss", der eben viel heulte. )
    13. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür. (Das Wetter ist so schlecht, dass niemand das Haus verlassen möchte.)
    14. Viele Hunde sind des Hasen Tod. (Wenige können nicht vielen widerstehen. Der Zusammenhalt führt bei schwierigen Aufgaben zum Erfolg.)
    15. Da liegt der Knüppel beim Hund. (Das ist der Kern des Übels / die Hauptursache. Das ist der Grund dafür, dass man kann nicht wie man möchte. Es gibt andere Hinderungsgründe.)
    16. Man muss den Hund zum Jagen tragen. (Man muss die betreffende Person antreiben.)
    17. Mit den grossen Hunden pissen wollen, aber das Bein nicht heben können. (Jemand, der krampfhaft versucht, zu höheren Schichten dazuzugehören, ohne die Voraussetzungen dafür zu haben.)
    18. Wer mit den Hunden schläft, steht mit den Flöhen auf. Wer mit den Hunden schläft, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am nächsten Tag mit den Flöhen aufwacht. (Wer sich in Gefahr begibt, muss damit rechnen, Schaden davon zu tragen.)
    19. Man behandelt ihn wie einen Hund. (Die Person wird schlecht behandelt. (Diese Redewendung stammt vermutlich aus dem Mittelalter. Wenn man etwas verdorben hatte, wurde man schlecht wie ein Hund behandelt. )
    20. Da bellt kein Hund und kräht kein Hahn. (Das ist Einöde / Wüste)

    21. Da stinkt der Hund. (Hier mangelt's Hier fehlt etwas. (Sprichwort aus Oberösterreich)
    22. Etwas vor die Hunde werfen. (etwas vergeuden / etwas verschwenden. Jemandem etwas geben, was eigentlich viel zu gut für ihn ist.)

    23. Dem kleinsten Hund gibt man die meisten Prügel. (Der Schwächste bekommt das Schlechteste.)

    24. Sie sind wie Hund und Katze. (Sie können sich nicht ausstehen. Sie sind miteinander verfeindet. Sie können sich nicht leiden.)
    25. Ich war damals noch ein junger Hund. (Die Person war damals noch jung und unerfahren.)
    26. Da beisst sich der Hund in den Schwanz. (Das ist paradox. Das ist ein gegenseitger Widerspruch. Das ist ein Teufelskreis. Da kommt man an, wo man angefangen hat.)

    27. Das ist dort, wo Hunde mit dem Schwanz bellen. (Das ist ein entlegener / rückständiger Ort)

    28. Da wedelt / wackelt der Schwanz mit dem Hund. (Das ist eine verkehrte Welt. Die Verhältnisse sind umgekehrt / vertauscht. Der Kleinere beherrscht den Grossen.)

    29. Wenn du einen Hund hälst, belle nicht selber. (Wenn du jemanden für etwas engagierst, dann lass es ihn auch tun.)

    30. Er ist bekannt wie ein bunter Hund. (Er ist stadtbekannt)
    31. Die Hunde bellen und die Karawane zieht weiter. (Wenn man sich nicht um das "Gekläffe" der Kritiker kümmert und unbeirrt seine Ziele weiterverfolgt.)

    32. Man geht vor die Hunde. (Die Person geht zugrunde. Sie verwahrlost. Mögliche Erklärungen: Krankes, schwaches Wild wird leicht Beute der Jagdmeute.oder: Bergleute, die zur Strafe vor die "Hunte" = Bergbaulore gehen mussten, um diese zu ziehen.)
    33. Man sollte keine schlafenden Hunde wecken. (Man sollte nicht viel Aufhebens um eine Sache machen, weil sie sonst zu bekannt wird. Keine Aufmerksamkeit erregen. Historische Erklärung: Hund kommt vom Word "Hunt", das war im Mittelalter eine Art Eisenstab, der von aussen an die Kirchturmglocke geschlagen wurde. Wenn man also nicht mit dem Hunt gegen die Glocke schlägt, bleibt diese stumm und der "Hunt" schläft)

    34. Hunde, die bellen, beissen nicht. (Leute, die drohen, sind in Wirklichkeit ungefährlich. Erklärung: Das Wort Hund meint wieder den mittelalterlichen Eisenstab "Hunt", der die Glocke zum Läuten (italienisch: bellen) bringt.)

    35. Den Letzten beissen die Hunde. (Der Schwächste hat das Nachsehen. Der Langsamste hat alle Nachteile. Der Langsamste / Schwächste bleibt zurück und wird Beute der Verfolger.
    36. Es regnet junge Hunde. (Es regnet in Strömen.)
    37. Auf den Hund kommen. (Scheitern, verarmen. Dazu gibt es viele Erklärungsversuche, alle könnten stimmen. Eine Version ist: In der Bergmannsprache wird die Lohre, als der Förderwagen für Erz oder Kohle, auch Hund genannt. Wer nicht mehr kräftig genug war, um als Hauer zu arbeiten, musste an der Lore (Hund) dienst tun, was natürlich auch viel weniger Lohn bedeutete.)
    38. Das ist ein dicker Hund. (Das ist eine Unverschämtheit, ein böser Regelverstoss oder ein starkes Stück.
    39. Sie sind wie Hund und Katze. (Sie vertragen sich nicht, sie streiten sich dauernd. Katzen und Hunde missdeuten meist die (Körper)sprache des jeweils Anderen was zu Reibereien zwischen ihnen führt.
    40. Vor die Hunde gehen. (Verkommen, verludern. Kranke oder schwache Tiere werden schnell zur Beute von Jagdhunden.)
    41. Er will gerne mit den grossen Hunden pinkeln *meist ergänzt: aber kriegt das Bein nicht hoch". (Mit Höheren mitmischen wollen, ohne die notwendigen Voraussetzungen zu haben. Rüden heben zum Pinkeln demonstrativ ein Bein )

    42. Man muss ihm Leine lassen. (er braucht mehr Freiheit, weniger Aufsicht, in seinem Tun. Hunde können an die kurze Leine genommen werden, aber eben auch an die lange Leine, wenn dadurch keine Gefahr entsteht)
    43. Das also ist des Pudels Kern. (Der wahre Grund. Stammt aus Goethes Faust.)
    44. Auf den Hund kommen /gekommen („in schlimme "äussere oder gesundheitliche" Umstände geraten“. Die Redensart wird scherzhaft auch im positiven Sinne für Hundefreunde benutzt.Verarmen, müde)
    45. Aufpassen wie ein Schiesshund (sehr aufmerksam/wachsam/(an)gespannt sein - genau aufpassen - Obacht geben - auf der Hut sein)

    46. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! (Aussage, mit der großes Erstaunen über etwas geäussert wird)
    47. Das ist ein dicker Hund. (Das ist unglaublich / unerhört / ein Skandal)
    48. Frieren wie ein junger Hund (Der erste Vergleich bezieht sich darauf, dass junge Hunde noch kein dickes Fell haben und daher wärmebedürftig sind.)
    49. Vor die Hunde gehen (zugrunde gehen; elend sterben; verkommen; verwahrlosen; herunterkommen)
    50. Wie ein Hund leben (in schlechten / elenden Verhältnissen leben)
    51. Hundsverlochete (Eine Hundsverlochete ist eigentlich das Beerdigen, Verscharren von einem Hund, im übertragenen Sinn eine wertlose Veranstaltung, etwas, wo es sich nicht lohnt, hinzugehen.)
    52. Hundewetter (sehr schlechtes Wetter)
    53. Kalt wie eine Hundeschnauze (Unfreundlich, abweisend,(abwertend) grob , roh , rüde , skrupellos ; (gehoben veraltend) fühllos )
    54.  Kein Hund nimmt einen bissen Brot von ihm (von allen verachtet)
    55. Hundemüde (
    56.  
    57.  Ein erfolgsgewohnter Mensch wird als "Top Dog" bezeichnet.Wer unterprivilegiert ist, gehört zur Kaste der "Underdogs".Menschen mit tragischem Schicksal führen ein Hundeleben in einer hundsgemeinen Welt.Sie leiden an den Hundstagen im August und wenn sie unfähig sind, klare Prioritäten zu setzen oder eine Tätigkeit nach der althergebrachten, bewährten Methode zu verrichten, da sagt man: Da wedelt der Schwanz mit dem Hund. Wer mehr anhäuft, als er selbst verwenden kann, benimmt sich so gierig wie ein Hund am Futternapf. Ein schlechtes Gedicht ist hundsmiserabel und wenn jemand ein bekümmertes Gesicht macht, erinnert er an einen geprügelten Hund.Das Beste, was wir über einen tüchtigen, aber unkreativen Arbeitnehmer sagen können ist, dass er zäh sei wie ein Hund.
      c:Joel Savishinsky, Zwiespältigkeiten in den Sprachgewohnheiten
     

      1 Kommentar:

      1. Ich wußte nicht, dass es so viele Sprüche mit Hunden gibt, ich hab jetzt fast alle gelesen, und wird nochmal nachlesen.

        Sigrun

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