Montag, 22. Februar 2021

Uf em Chueweg hoch zur Röti "Historische Pflade"

Wir starten mit unserem Jahresthema "Historische Pfade" nahe bei meiner Hundehütte..
...Pfade können ja so reiche Geschichten erzählen, es ist ungemein spannend was sie uns erzählen - wenn man etwas genauer hinhört...
....unsere Wohngemeinde liegt auf einer kleinen Terrasse am Jurasüdfuss und ihr Land erstreckt sich praktisch vom Mittelland (435 m ü.M.) über den Sonnenberg hoch bis auf die Röti 1 395m ü.M.). "Rüttenen" nennt sie sich treffend. Ddenn sie wurde so um 1490 durch rüttenen/roden, von Einwanderern aus dem Aosatal, ehemals urbar gemacht...
....wo immer es die Topographie es zu gelassen hat wurde Wald und Buschwerk g'rüttet/gerodet, die Steine weggeräumt und der ehemals sehr kargen Boden als Weide und Futterquelle für das Vieh genutzt...
..scheinbar war ihnen kein Aufwand zu gross und so ist wohl auch der Chueweg (Chue=Kuh), über den steilen Vorberg hoch auf die Alpweiden der Röti entstanden (Text wird lesbar duch anklicken des Bildes)....
.... ein Pfad den wir eigentlich recht gut kennen, jedoch bisher noch nie überlegt haben - wie der eigentlich entstanden ist....
... nahe beim Wittelihof ist ein bis zu zwei Meter tiefer alter Heckenweg erhalten....
.... diese Heckenwege/Viehtriebwege dienten einst dazu das Vieh zum Weiden in den Wald zu treiben...
... eine gute Gelegenheit mich vor dem eigentlichen Aufstieg noch ein bisschen zu stärken, immerhin haben wir vom Dorf bis hierher bereits schon einige Höhenmeter bewältigt (Witteli/abgelegene Weide)......
...Juramergel wurde/wird ja reichlich für die Wegpflege benötigt, daher ist wohl auch dieser ehemalige Steinbuch entstanden...
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...auf diesem Wegstück ist die Struktur des aufwendig angelegten Chueweg gut sichtbar...
... kleine Umwege sind inbegriffen....
.... kein Wunder das dies heute ein beliebter Wanderweg ist....
... in der Zwischenzeit sind wir bereits oberhalb des "Läckflüeli" angekommen (Läck oder Gläck wird das Salz fürs Vieh genannt)...
... und es folgt der "Chueboden", dieser Boden wurde früher wohl als Waldweide benutzt oder einfach als Rastplatz fürs Vieh beim Alpauftrieb...
...die Steine da am Wegrand wollen mir dazu keine Details  erschliessen...
... jetzt wird es spannend, wir sind beim Zickzackweg angelangt...
...
..mit 5x Zick und 5x Zack wird die steilste Stelle des Vorberges überwunden...
.... auf der Talseite teilweise mit aufwendigen Stützmauern versehen....
.....für die nun folgende Passage musste das Vieh ehemals wohl recht geländegängig gewesen sein...
...auch wenn beim Viehauftrieb da wohl kaum noch Schnee gelegen ist...
... aber auch damals musste sicherlich, nach einem strengen Winter, der Weg erst wieder freigeräumt und sicher gemacht werden....
...wir haben heute Glück, dass der Pfad schon gut vorgespurt ist...
.... so erreichen wir etwas ausser Athen - jedoch sicher- die Krete des Vorberges (1 183m ü.M.), an der Stelle zweigen wir im Sommer gerne zum Balmflueköpfli ab, heute wollen wir aber dem ehemenaligen Chueweg weiter folgen..
...und erreichen wir über einen breiten Schnee-Trampelpfad in kurzer Zeit die Nesselbodenröti. Da zweigt ein Weg zum Nesselboden und der ehemaligen Nesselbodenweide ab, da durfte das Vieh ev. ihre ersten Alptage verbringen. (Nessell = Brennesseln, weil diese sich in diesem etwas feuchten, schattigen Thal - dem Quellgebiet des Chesselbaches - Nesseln sehr reichlich vorkommen, waren sie wohl die Namensgeberin. In der Zwischenzeit hat sich der Wald die ganze Weide wieder zurückerobert)...
...wir stapfen heute tapfer direkt zu den Alpweiden der Röti auf....
.... und irgendwie ist uns leider in der Zwischenzeit die Sonne abhanden gekommen (die leicht bräunlichen Spuren im Schnee stammen vom Saharastaub der vor einigen Tagen bis zu uns geweht wurde)...
.... die Rinder und Kühe haben vermutlich Luftsprünge gemacht, beim Sichten der grosszügigen Rötiweiden.....
.... und es wurde sicher so manches Dankesgebet von den Hirten und Bauern in den Himmelgeschickt........

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..oder Führbitten für einen gute Alpzeit auf den immerhin 1 395m ü.M. .......... denn das Wetter da oben kann/konnte ja auch recht garstig sein...
..... die Rötiweiden auf der Weissensteinkette werden wir im nächsten Sommer sicher wieder besuchen und uns dabei an das Vieh und ihre Hirten erinnern die ehemals von Rüttenen, mit enormem Aufwand, mit ihrem Tieren hochgekommen sind. (Aktuell werden die Weiden vom Sennhaus beim Weissenstein bewirtschaftet und dahin führt eine  Fahrstrasse die bequeme Tiertransporte ermöglicht)
Nun noch die Geländeübersicht des Gemeinebannes von Rüttenen und unserer Tour auf dem ehemaligen Chueweg. Die eigentliche Wegstrecke beträgt 5,5 Km und überwindet 886 Höhenmeter. Bis wann diese Route für den Alpauftrieb genutzt worden ist, und wie lange so ein Berggang mit dem Vieh gedauert hat konnten wir leider nicht eruieren.