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Montag, 2. Mai 2022

Moorlandschaften und beschauliche Weier/Weiher im Thurgau

 Bei unserem mehrtägigen Ausflug in den Thurgau sind wir natürlich auch in der wunderbaren Landschaft bummeln gegangen.... wie da im Hudelmoos nahe dem Weiler Ried bei Zielschlacht...

....freie Wasserflächen sind da zwar eine Seltenheit....
.... aber dafür wachsen da Bachbummelen (Sumpf-Dotterblumen) in Hülle und Fülle. (Auch sonst gilt es als Hotspot der Biodiversität. Eine bereits 1992 veröffentlichte Monographie führt unter anderem folgende Artenzahlen:40 Vögel, 210 Schmetterlinge, 29 Libellen, 348 Gefässpflanzen, 98 Moose/davon 15 Torfmoose, 298 Pilze)...........
....ich durfte mich sogar kurz im Moorwasser abkühlen, wenn es denn sein muss auch angeleint, denn das ganze Hochmoor ist seit 1977 als besonders wertvolles Naturschutzgebiet geschützt ...
... mein Frauchen musste sich natürlich schlau machen wie das Moor entstanden ist und von unseren einheimischen Begleiterinnen haben wir viel erfahren über die ehemalige Nutzung (z.B.Moorstechen, Ofenrecht, Brunnenrecht usw.) und die heutige Pflege (das Entfernen von wuchernden Faulstauden und kanalisieren der Besucherströmen inkl. dem leidige Abfall einsammeln)..
... sogar einen Maienkäfer haben wir beim gepflegten Brunnen im beschaulichen Weiler Ried entdeckt.

Ein weiterer gemütlicher Spaziergang hat uns an die Bommerweier gelockt...
... auch sie stehen heute unter Naturschutz und wurden wohl dereinst im Auftrag des Bischofes von Konstanz als Fischteich erstellt (oder eine andere Variante meint,
dass im Jahre 1460 auf Geheiss des grossen Spitals zu Konstanz drei Weiher künstlich angelegt wurden)
..
...der breite Schilfgürtel verwehrt mir leider den direkten Zugang zum Wasser, da drin sollen aber ganz viele selte
n gewordenen Amphibien- und Vogelarten ideale Laich- und Brutplätze haben...
....aber auch so,  da zu bummeln ist ein Genuss..
...mal nah am Wasser, mal mit etwas grösserem Abstand zu ihm...
... der Thurgau  hat da ein wunderbares Biotop erhalten/erschaffen....
.... wir sind natürlich auch über freie Felder unterwegs....
... und da dürfen, um diese Jahreszeit, natürlich die vielen blühenden Obstbäume in meinem Bericht nicht fehlen (besonders das Öpfelbluescht)...
...es ist ein Traum, in dieser Jahreszeit den Thurgau (auch Mostindien genannt) ein Besuch abzustatten...
Und da aller guten Dinge bekanntlich DREI sind, begeben wir uns gleich zu unserem dritten Ausflug...
... und sind an die Lengwiler Weiher gezogen...
...ja, der Grosseweiher hat eine ganz anschauliche Wasserfläche...
... ich habe mir erlaubt da ein kurzes Moorbad zu nehmen (Frauchen war gar nicht begeistert, denn ganz viel Schlamm ist in meinem Fell hängen geblieben)...
.... und schon sichten wir den Pfaffenweiher - ob da ehemals alle Fische für die Pfaffen reserviert waren?.....
....denn auch diese drei Weiher wurden ursprünglich von Menschenhand aufgestaut und dienten der Karpfenzucht (sie sollen vom Kloster Reichenau vom Auftrag gegeben worden sein)..
.... der dritte Teich nennt sich Neuweiher....
...nicht vorstellbar - aber es gab einst Pläne diese Weihermulden als Abfallgrube zu verwenden....
...
zum Glück wurde dies, so quasi in letzter Sekunde, vereitelt und die ganze Fläche konnte unter Naturschutz gestellt werden...
...
zahlreichen Vogelarten brüten an den Lengwiler Weihern, die eleganten Fluss-Seeschwalben findet dabei eine besondere Beachtung. (Je nach Jahr brüten da über 70 Paare. Es ist die zweitgrösste Brutkolonie in der Schweiz. Zudem stellte eine der Lengwiler Weiher Flussseeschwalben 2010 einen Rekord als Langstreckenzieher auf. Ein Jungtier, das im Juni 2008 am Lengwiler Weiher beringt wurde, konnte im März 2010 von einem Ornithologen in Swakopmund (Namibia) registriert werden. Die Luftlinie zwischen den beiden Orten beträgt 7'822 km!)...
... einfach immer wieder faszinierend was die ansprechenden Landschaften so alles zu erzählen haben - wenn man/hund sie denn lässt...
Unsere drei kleinen Ausflüge nun noch auf den Planausschnitten. So ca. 2 Stunden Bummelzeit haben wir je eingesetzt, die könnte aber noch beliebig verlängert werden, denn Sitzbänkli und Feuerstellen locken sehr zum verweilen.

Sonntag, 24. April 2022

Reich geschmückte Osterbrunnen in Bischofszell

 Auch wenn das Osterfest von diesem Jahr bereits eine Woche wieder der Vergangenheit angehört (unser Heimweg an den Jurasüdfuss war ja etwas länger und mit einigen Unterbrechungen gespickt war)...
...darf er in unserem Quellen und Brunnenjahr dieser besondere Brauch nicht fehlen..
... da schmucken Städtchen Bischofszell hat den alten Brauch 1998 wieder aufleben lassen.....
... einst gehörte es zu den Frühlingsbräuchen, die Quellen und Brunnen aus Dankbarkeit für das von ihnen gespendete, lebenswichtige Wasser zu schmücken....
...mein Frauchen stammt ja aus dieser Region und in ihrer Familie gehörte es seit jeher zur Tradition....
... den Hausbrunnen an Ostern zu schmücken, aus Dankbarkeit - dass die Quelle  Mensch und Tier mit frischem Wasser versorgte....
...ehemals war das ja gar nicht so selbstverständlich....
... denn wenn eine Quelle versiegte war grosse Not angesagt....
...auf dem Gehöft wo Frauchen aufgewachsen ist, war dies um 1940 der Fall..
... und gross war die Erleichterung als eine neue Quelle gefunden und gefasst werden konnte, die noch heute das Gehöft mit Wasser versorgt...
... im Städtchen Bischofszell wurden dieses Jahr 24 Brunnen liebevoll und reich geschmückt....
.... wie dieser sehr Farbenfrohe in der Tuchgasse..
... gleich neben der Stiftskirche St. Pelagius....
... kein Brunnen, und sei er noch so bescheiden, muss da auf Blumenschmuck verzichten...
... in der Gerbergasse zeigt sich der Brunnen zart und fein...
... sogar ein weiterer Frühlingsbote, der langbeinige Storch ist mit im Reigen...
...die Gasse "Grosser Winkel" liegt etwas gar versteckt...
... da haben die Hasen ein besonders Plätzchen gefunden.....
...dass sogar der Friedhof in diesen Brauch miteinbezogen wird hat uns besonders gefreut (gar viel verbindet mein Frauchen mit diesem Ort, wo so mancher von ihr geliebter Mensch seine letzte Ruhe gefunden hat)........ auch wenn die Bilder von mir fast vollständig fehlen, ich habe natürlich an/in so manchem Brunnen das Wasser auf seine Qualität getestet....
... mit mit diesem wiedrum vielfältig und reichen geschmückten Brunnen im kleinen Dörfchen Halden beenden wir unseren Bummel Osterbrunnen in Bischofszell......und sagen Danke - den vielen Menschen die dazu beitragen, dass dieser besondere, das Wasser wertschätzende Brauch weiterleben darf.