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Montag, 16. September 2024

Jänzi - Moorlandschaft mit viel Aussicht im Herzen der Schweiz

Eine stimmungsvolle Moorlandschaft begrüsst uns zu unserer Rundtour über den "Jänzi" (am letzten Tag vor dem vorzeitigen Wintereinbruch)...
....wieder hat uns ein Postauto zu einem Ausgangspunkt hochgefahren. Langis am Glaubenberg ist heute unser Start und Endpunkt.........
... wir starten in Richtung Schwendi-Kaltbad ins idyllisch gelegenen Schlierental....
.... wo bis 1970 ein Bade Kurhotel stand, es wurde in einem grossen Brand vernichtet und nicht wieder aufgebaut. (Kaltbad das 1642 erstmals namentlich genannt wird, mit seiner sehr kalten und heilsamen Mineralquelle wider Gicht und Hautkrankheiten)....
....erhalten geblieben ist die schmucke  Muttergottes-Kapelle, die 1865 einst für die Badegäste erstellt wurde...
...entlang dem Schlierbach, tauchen wir nun tiefer in eine einmalige Moorlandschaft ein...
....mit wunderbaren Kleinoden am Wegrand...
...auffallend sind die vielen alpinen Wald-Witwenblumen (Knautika dipsacifolia), die aktuell im Moor zu beobachten sind.........
...Grosse Schlieren nennt sich das Moorflüsschen dem wir nun folgen (natürlich habe ich meine da Pfoten ins Wasser gesetzt - auch wenn die Bilder dazu fehlen).......
....am Flusslauf das Schwalbenschwanz Enzian, das Frauchen so liebt (Gentiana asclepiadea).....
...ein erster Bick zur Alp Oberes Schlierentaltal....
... wunderbar wird unser Weg entlang des Baches geführt....
....immer wieder queren wir das Wasser über zweckmässige Brücken...
.......die Moorlandschaft Glaubenberg soll mit 130 Quadratkilometern die grösste Moorlandschaft der Schweiz sein (sie ist im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung  eingetragen.)....
....... bei dieser Weggabelung verlassen wir den Flusslauf und zweigen zur Egg in Richtung Jänzi ab...
...mitten durchs Moor führt uns der Weg nun den Hang hoch....
....damit die Wanderer nicht im Morast versinken sind Platten verlegt, die meinen Pfoten gar nicht gefallen - (und von Frauchen kritisch beäugt werden - Plastik im geschützten Moor ?).....
....dass die Natur da gleich die Hohlräume zurückerobert versöhnt sie ein wenig mit diesem System (Holzbohlen werde wohl als zu aufwendig betreffend Instandhaltung eingestuft) So oder so, so viel Kunststoff im geschützten Moor müssten echt nicht sein....
....den Kopf drehen lohnt sich, bei den herrlichen Ausblicken.......
....dieses Teilstück nennt sich wohl "Waldmoor"...
... beim Seeliwald  führt der teilweise sehr ausgewaschener Pfad durch einen urigen Wald in Richtung Egg....
....unterbrochen von dieser herrlichen Moor Waldweide....
...wo uns ein gepflegter Weg dem Rand entlang führt...
...nach einem weiteren kurzen Waldaufstieg, die Schonung am "Hüenergütsch"...
....wie es aussieht haben wir nun, nach einem weiteren Aufstieg, den Bergrücken des Jänzi erreicht...
...ein überraschend grandioser Ausblick erwartet uns da.....
...da müssen wir uns einfach hinsetzen und das Ganze auf uns wirken lassen...
...auf dieser gemütlichen  Hochweide....
....unter uns der Sarnersee und visavis Bergspitzen noch und noch, ausser dem markanten Titlis können wir sie nicht bestimmen......
....auch bei den grossen Bernern müssen wir aus dieser Perspektive passen...
...wir sind erstaunt sogar den Lungensee zwischen den Hügelzügen am Brünigpass zu sehen....
....eigentlich sind wir noch gar nicht auf dem Gipfel des Jänzi, also gemütlich weiter über den nördlichen Grat zum Gipfelkreuz 1'737 m.....
....was für eine wunderbare Sicht zum mächtige Pilatus ......
...... zu seinen Füssen, der Vierwaldstättersee mit Blick auf den Bürgenstock und dahinter die Rigi - Innerschweiz pur....
...rundum -  Ausblicke vom Feinsten....
.......unter uns die Alp Siwellenbrunnen, zu der wir als nächstes absteigen..
.... leicht links ist das Stanserhorn gut zu erkennen....
....wie schnell sich doch ein Landschaftsbild sich ändern kann......
....beim Aufstieg die vielfältige Moorlandschaft und auf dieser Seite die besonderen Fernblicke.....
.....ein Genuss da mitten drin zu sein.......
......und über die Alpen zu schlendern...
...mit seinen zufrieden grasenden Rindern....
....dieses Teilstück der Wanderung hat die Bezeichnung "Panoramaweg" echt verdient.....
....kaum zu glauben, an dem Tag war es noch sehr warm und meine Wasserschale musste regelmässig ausgepackt werden.......
..... und so sieht es dort oben aktuell aus......
Routenplan: Die Rundwanderung zum Jänzi führt durch Moorlandschaften, moosreiche Tannenwälder, über Alpbetriebe und überrascht mit atemberaubende Aussichten. 

Montag, 25. September 2023

Auf den Spuren von Niklaus und Dorothee

Morgenstimmung hoch über dem Sarnersee, heute erkunden wir etwas ganz besonderes, angeregt durch Dori die unlängst sich nach "Niklaus von der Flüe" erkundigt hat...
... noch liegt ein grosser Teil der Landschaft im Schatten der grossen Berge....
.... und wie sagt man so schön: "Die Katzen können das Mausen nicht lassen"...
....die "Hohe Brücke" sie ist als höchste gedeckte Holzbrücke Europas. Sie liegt genau 100 Meter über der Grossen Melchaa und überspannt eine Weite von 30 Metern. (Sie ersetzte 1943 die erste Brücke aus 1893)...
...tief ist das Tobel der Melchaa und ungemein geschichtsträchtig, wo wir heute schnuppern....
...ein erster Blick auf die Ranft-Kapelle, mit der Einsiedelei des "Bruder Klaus"...
...visavis schiebt sich das Jugednstil Hotel Paxmonatana aus dem Jahre 1896 ins Bild...
...sowie das Dorf Flüeli mit seinem Felsen Kirchlein...
... wir haben in der Zwischenzeit das Dorf St. Niklausen durchwandert...
... etwas ausserhalb - die Kapelle von St. Niklausen mit seinem freistehende Glockenturm, der ist weitherum sichtbar und stammt wie auch der Chor aus der Erbauungszeit um 1350. (Die Kapelle wurde zunächst nur als Chorraum mit im Freien stehenden Bänken benutzt und erst vor Ende des 14. Jahrhunderts mit einem Kirchenschiff ergänzt.) ...
..
.der Rundblick von der Kapellenterasse ist enorm (der Berg mit dem weissen Wölken, nennt sich Pilatus)...
....sogar ein bisschen vom Sarnersee zeigt sich da....
...wir steigen wir nun wieder in Richtung Schlucht ab..
...und wieder schiebt sich die Ranftkapelle ins Bild...
....auf der Hochebene Mösli erwartet uns zuerst eine weitere Sehenswürdigkeit...
....die
Kapelle im Mösli ist eines der sehenswertesten spätmittelalterlichen Bauwerke Obwaldens....
....
Bruder Ulrich, ein Priester aus Memmingen, liess sich mit Einwilligung von Bruder Klaus 1469 auf der Kernser Ranftseite nieder. 1484 erfolgte der Kapellenbau....
.....
im Innern ein Freskenzyklus aus dem 16. Jh. und Tafelbilder aus dem 18. Jh...

 

 

.... und einer der mutmasslich frühesten Abbildungen von Dorothee Wyss...

....ganz schön steil steigen wir nun ganz zur Grossen Melchaa ab.....
...ein rauer Fluss der da aus dem hinteren Melchtal herkommt, der bei Unwettern wohl ganz schön toben kann......
...und schon schiebt sich eine weitere Kapelle ins Bild, die untere Ranftkapelle....
...n
ach dem Tod von Bruder Klaus wuchs der Pilgerstrom. 1501 wurde diese grössere Kapelle gebaut, sie ist eines der schönsten Beispiele spätgotischer Baukunst und birgt einen reichen Freskenschmuck.....

......wenige Meter höher erreichen wir nun die Obere Ranftkapelle....
.....vier Lichter wiesen Niklaus von Flüe den Weg in den Ranft. Hier liess er sich 1467 unweit seines Wohnhauses, als Einsiedler nieder. Freunde und Nachbarn bauten ihm erst eine Kapelle und dann eine einfache Zelle. ...
...  d
a lebte er 20 Jahre, betete, fastete, dachte nach und empfing mehr und mehr Besucher.  (Bruder Klaus – wie er von nun an genannt wurde - soll 19 Jahre lang ausser der Heiligen Kommunion, Trockenobst und Wasser nichts zu sich genommen habe. Im März 1487 verstarb er)....
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im von Niklaus von Flüe selber erbauten Wohnhaus wohnte er vormals mit seiner Familie, bis er ins Einsiedlerleben aufbrach....
.....
Niklaus von Flüe stammte aus einer Obwaldner Bauernfamilie. 1441 vermählte er sich mit Dorotha Wyss. Hauptberuflich war Niklaus von Flüe Bauer. Zusätzlich amtete er als Richter und Ratsherr und war auch Soldat...
...
im Alter von 50 Jahren verliess Niklaus mit dem Einverständnis seiner Frau Dorothee die Familie, um Einsiedler zu werden. (Er pilgerte zunächst rheinabwärts. Nachdem er in der Nähe von Liestal eine Vision hatte, kehrte er um und liess ich in der Ranftschlucht  nieder)....
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Dorothea stand jahrhundertelang im Schatten ihres Mannes, des grossen Friedensheiligen Bruder Klaus von Flüe. (Zu den Aufgabe von Dorothea gehörte es, dem grossen Bauernhaushalt vorzustehen und sich um die Ernährung, die Vorräte, die Kleidung (Flachs!) und die Kindererziehung zu kümmern. Der oftmals abwesende Ehemann hinterliess ihr immer wieder einen Teil seiner Aufgaben auf Hof und Feld, solange bis die Söhne alt genug waren)...

...
Dorothea Wyss, Ratsherrentochter aus der Schwendi über dem Sarner See, heiratet 1446 im Alter von ca. 15 Jahren den um ca. 15 Jahre älteren Nikolaus von der Flüe. Sie gebar fünf Söhne und fünf Töchter....


....Niklaus von Flüe (1417–1487). Ein Vorbild in Mystik und Spiritualität, Gesellschaft und Politik sowie als Mensch mit seinen Stärken und Schwächen (auf dem Bild sein Geburtshaus)....

.....natürlich besuchen wir auch noch die weit herum sichtbare Kapelle die auf dem Flüeli-Felsen steht, eine 1618 erbaute Kapelle die Karl Borromäus geweiht ist. (Sie enthält prachtvolle Intarsien sowie eine reichbemalte Holzdecke. Das zurückhaltende Äussere lässt diese reichhaltige Innenausstattung kaum erahnen.)....
... nach so viel Geschichte nun wieder etwas übers Land....
....wir sind unterwegs nach Sachseln am Sarnersee....
... vorbei an einem sehr ansprechenden Pilgerbrunnen..........
.... und geniessen die herrlichen Landschaft.....
....dabei kommen wir dem See und dem Dorf Sachseln immer näher...
...die riesige, edel ausgestattete Wallfahrtskirche steht im Wiederspruch zu den beschaulichen Sakralräumen im Flüeli (
Die Kirche ist 1234 erstmals erwähnt. Nach der Seligsprechung von Bruder Klaus wurde mit dem wachsenden Pilgerstrom 1672 bis 1684 die heutige Kirche erbaut. Seit 1679 beherbergt sie das Grab von Bruder Klaus)....
...uns zieht es zum Abschluss dieser "Pilger" Tour noch an den See...
....da lassen wir genüsslich unsere Seele baumeln.....
....bis wir mit dem Zug, von der Innerschweiz, wieder an den Jurasüdfuss zurück kehren.
Routenplan:
Direkt am Jakobsweg gelegen, hat der Kraftort Flüeli-Ranft eine intensive, magische und heitere Ausstrahlung. Ein Kleinod von Mystik, Spiritualität und Natur der seit mehreren Jahrhunderten viele Menschen Ruhe und Kraft spendet.

Der Einsiedler im Ranft berührte die Menschen seiner Zeit in ihrem Innersten. Aus nah und fern reisten Männer und Frauen herbei, um sich von Bruder Klaus beraten und stärken zu lassen. Er war nicht nur Seelsorger, sondern auch politischer Ratgeber. 1481 trug er entscheidend zum Friedensschluss von Stans bei. Schon zu Lebzeiten galt Bruder Klaus als «lebender Heiliger» und war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
1619 wurde er von der Kath. Kirche Selig gesprochen und 1947 fand seine Heiligsprechung statt. Papst Johannes Paul II. nannte Dorothee immerhin "eine heiligmässige Frau".