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Montag, 12. April 2021

Twannbachschlucht, Schlossberg, Gaicht

 Ein milder Morgen wie aus dem Bilderbuch lockt (das waren noch Zeiten, als der Nordwind noch keinen Aprilschnee zu uns verfrachtet hat)...
... und wir steigen bereits von Twann in Richtung Twannbachschlucht hoch.....

.. gleich zu Beginn der Schlucht befindet sich ein Eingang zu den Fledermauswohnungen (wär ja schon toll die zu besuchen, doch wir wollen die speziellen Flugtiere ja nicht stören)...
..also nichts wie den sehr gut gepflegten Schluchtweg hoch..

... immer ein Auge fürs tosende Wasser und eins für den sicheren Weg...

... auf diesem Pfad musste ich als Junghund noch an der Leine gehen ...

.. und einfach weil so schön rauscht.
.... Bilder zeigen die Wasserpracht ja bereits anschaulich..

.
..doch in Bewegung und mit Ton ist es einfach noch authentischer...

...der Twannbach kann auch zahm, damit ich meine Pfoten auch noch benetzen kann.....

... bevor wir auf eine sehr alte, wunderbar erhaltene Strasse abzweigen ....
... denn auch heute zieht es uns entlang von geschichtsträchtigen Wegen, wie da hoch auf den Twannberg....
...ja, da oben gäbe es auch noch einiges zu erkunden...
...doch heute zieht es uns gleich hinunter nach Gaicht...
....verschiedene der weit gereisten Findlinge begleiten dabei unseren Weg...
...im Weiler Gaicht sorgen sie sehr gut für durstige Hunde...
...so habe ich wieder genügend Energie den Holenstein suchen zu gehen...
.... ein ganz schön mächtiger Brocken der sich da, mit "Gspänli" nieder gelassen hat (war wohl müde von seiner langen Reise, obwohl er ja ehemals auf dem Rohnegletscher mitreiten durfte)...
... nach einem ausgiebigen Mittagsschmaus beim Holenstein ziehen wir nun auf dem Schlossflueweg wieder in westliche Richtung....
...und zweigen nach dieser herrlichen Waldwiese....
... leicht links nach Schluechte - vom Wanderweg ab...
... eine gute Routenwahl...
...denn der Weg wird immer romantischer...
...und recht urtümlich, ganz nach unserem Geschmack.....
.. der Weg durch dieses einsame Zwischental war jetzt echt ein ungeplantes Zusatzgeschenk...
...bei Tschamoor treffen wir wieder auf den signalisierten Wanderweg, der uns entlang der Chrüzflue in Richtung Wingreis führt...
...und uns mit diesem Ausblick über den Bielersee überrascht...

..und wir sind in den Rebbergen angekommen, Vogelsang nennt sich die Lage...
...mit vielen überraschenden Kleinoden am Wegrand, wie da der Reiherschnabel und das Zimbelkraut....
...wir schlendern nun durch die Rebgärten zurück nach Twann .....
.. Rebgärten/Weingärten ist die richtige Bezeichnung für das was wir hier antreffen, Muscari (Traubenhyazinthen)  noch und noch - schmücken da die Hängen - so eine Pracht...
... und in den Felsen der Chrützflue grüsst der weiss blühende Schwarzdorn...
... einfach herrlich durch die sogfältig gepflegten Rebhänge der Gauchete zu bummeln......
...natürlich schweifen unsere Augen auch immer wieder in Richtung See...
.... kurz vor Twann zweigen wir in einen der ältesten Pfade in Richtung Chapf ab.....
...da lohnt es sich nochmal einige Höhenmeter zu bewältigen....
... wir treffen auf herrliche Ecken...
...es nennt sich ja  auch passender Weise "Frauenchapf"....
... der Aufstieg hat sich zweimal gelohnt...
... und hat sicherlich nicht so viel Schweiss gekostet, wie beim Erstellen dieser unendlich vielen Steinmauern geflossen ist...
... wir sagen wieder einmal Danke, dass wir durch diese ansprechende Landschaft bummeln durften und beenden unsere Tour im Winzerdorf Twann.
Routenplan: Eine ungemein vielfältige Tour durch die tosende Twannbachschlucht, über alte Wege ins Gaicht und zum Hohlenstein und über den Schlossberg. Garniert mit einem Bummel durch wunderbar gepflegte Rebgärten und weiten Seeblicken.

Montag, 9. März 2020

Zu weit gereiten Steinen und kraftvollen Orten

 Heute sind wir recht "steinig" unterwegs....
....wir starten am von mir so geliebten Burgäschisee...
... die Idylle da  hat den Pfahlbauern schon gefallen, denn bereits in der Jugendsteinzeit haben sie sich da niedergelassen, heute gehören die urgeschichtlichen Siedlungsplätze zum UNESCU-Kulturerbe......





.... passt -  heute entecken wir da zum ersten mal die Spuren dieser neuerdings zugezogenen Bewohner, wir wünschen der Familie Biber da eine gute Zeit....
... wir zottel durch das Hinterholz "bärgwärts"....
... denn wir besuchen wieder einmal das Kirchlein von Seeberg....
....ein spezieller Ort, auf diesem Platz soll bereits ein Römischer Gutshof gestanden haben und im 9. Jahrhundert ist da eine Kapelle erwähnt, die jetzige Kirche steht echt schon über 500 Jahre (beim Tauftein soll ein besonder Kraftort sein)...
....wenn diese über 500jähre Linde doch erzählen könnte....
....ein schmuckes Pfarrhaus ergänzt das Ensemble.......
....dieser Hohlweg führt uns nun hinunter zum Dorf Seeberg.....
 ....über den Chräjeberg geniesssen wir diese Aussicht in Mittelland (Krähen haben wir zwar keine gesichtet aber dafür zwei Falken)....
.... und wir blicken zu den leicht weiss überzuckerten Jurahöhen hinüber....
.... in Grasswil erhaschen wir durch eine Hecke sogar noch einen Blick auf eine grasende Rothirsch Herde...
... beim Aufstieg zum Steineberg noch ein Blick zurück nach Seeberg und den Chräjenberg von wo wir eben hergepfotet sind...
... nun ist Suchen und Entdecken angesagt, denn wir schnuffeln im Findlingsreservat Steineberg...
... im Ganzen Wald sollen da vor Jahren, von einer Seminarklasse, knapp 500 Findlinge in unterschielichen Grössen gefunden worden sein (die Grösseren sind zum Glück auf unserer Wanderkarte eingezeichnet und so haben wir eine ganz Menge der Erratischen Blöcke auf Anhieb gefunden)....
.... der Steineberg gilt als "wares Reich der Steingeister", was bei diesem verwachsenen Stein leicht zu galauben ist...
.... dieser Brocken ist ein sogenannter Schalenstein, der Standort dieses Findlings gilt als Kraftort...
.... auf seiner Oberseite sind die schalenartigen Vertiefungen gut sichtbar zu welchem Zweck diese Schalen in den Stein geschliffen worden sind, ist allerdings unklar. Am häufigsten wird ihnen eine kultische Bedeutung zugewiesen....
 .. boahh, nach den vielen spannenden Steinen die wir gefunden und bestaunt haben benötigen wir jetzt dringend eine Versnaufpause......
 ... die Waldlichtung Inneres Hölzli ist dazu bestens geeignet.....
.... natürlich wird dabei auch der Rucksackinhalt geplündert....
.... frisch gestärkt verlassen wir nun den Steineberg....
...und machen einem kurzen Abstecher in die Niederungen...
...um auf der anderen Talseite gleich wieder steil hoch zu steigen....
.... Sunnhalde nennt sich der Hang, wo wir die ersten Buschwindröschen und Schlüsselblumen von diesem Jahr sichten.....
.... gemütlicher geht es anschliessend durch den Steinhofwald (ich habe in der Zwischenzeit sogar ein Spieli am Wegrand gefunden).....
... und treffen am Waldrand auf diese gmögigen "Einheimischen"......
...bevor wir über eine weite Wiesen ein weiteres Ziel anpeilen (noch hält sich dort hinter den beiden Tannen versteckt).....
... es ist die Grosse Flue, der grösste Findling im Mittelland...
... von der Sonne beschienen zeigt er seine ganz Grösse, das dominante  Ensemble hat im Mittelalter dem nahen Bauerngut und damit dem Dorf den Namen gegeben - Steinhof. Auch die Adelsherren "vom Stein" bezogen ihren Namen von da....





... das Gesicht immer "seinem" Dorf zugewandt....
... und schon führt uns der Weg in westliche Richtung weiter.....

...in Sichtweite zur  Grossen Flue - finden wir die Chilchliflue -  er ist neben der Grossen Flue  der grösste Findling (über die Hälfte soll er sich im Boden verstecken) - der rund 20 Findligen die noch heute auf dem Gebiet von Steinhof liegen sollen .
Die Eisströme des Rhonegletschers haben sie vor 20 000 Jahren aus den südlichen Seitentälern des Wallis in die Region von Burgäschi und Steinhof getragen. Die Findlinge haben also eine 180 km lange Reise während mehreren tausend Jahren hinter sich. (Mein Frauchen erklärt mir, dass zu der Zeit wohl gegen 1 000m hoch Eis über meiner Hundehütte gelegen haben).
Die Sage beschreibt die Chilchliflue – als «Rutschstein » oder «Chindlistein»: Früher rutschten die Frauen, die sich ein Kind wünschten, mitentblösstem Hintern auf der schräg abfallenden Seitedes Findlings hinunter. Nach diesem Fruchtbarkeitsritual sollen unsichtbare Hände den Frauen manchmal ein Kind überreicht haben...
.... so oder so, ein hüpsches Plätzchen Erde.....
... und da noch das schmucke "Chirchli"  (Marienkapelle Steinhof), das dem Stein wohl seinen Namen gegeben hat, (diese legendenreiche Kapelle gilt ebenfalls als Kraftort) ...
...also eine gute Gelegenheit um entspannt ganz viel Kraft von diesem gmögigen Plätzchen aufzunehmen.....

.... der zum Kanton Solothurn gehörende Steinhof ist vollständig vom Kanton Bern umgeben und ganz viele prägnannte Grenzsteine zeugen von dieser besonderen Lage..
...wir erreichen entlang des Chlöpfimoos gemütlich wieder unseren Ausgangspunkt am Burgäschisee.

Tourendaten: Vielfältigs und Spannendes wurde uns auf den rund 17 Km geboten, die 450 Höhenmeter sind in kleine Einheiten aufgesplittert dass man sie kaum bemerkt.
Die ganze Tour konnten wir den Wegweisern, einer fein ausgeschilderten Routenschlaufe der Solothurner Waldwanderwege "Auf den Spuren der Gletscher" folgen. Mit den reichhaltigen Infotafeln wird den Wanderern zudem sehr viel Spannendes und Wissenswertes vermittelt.