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Montag, 31. März 2025

Oberaargau: Eine ungeahnte Vielfalt von besonderen Schätzen

Eines der Zentren im Oberaargau, das Kloster St. Urban, wenn man aus dem Zug aussteigt bietet sich uns Besucher gleich dieser Anblick. Ein Bijou und bedeutender Kraftort in der Luzerner Landschaft......
....1194 haben Mönche der Abtei Lützel einst das Kloster im Tal der Rot gegründet.....
...die Anlage hat eine reiche und wechselhafte Geschichte. (z.B.1848 hob der Grosse Rat des Kantons Luzern das Kloster auf. Der Erlös aus dem Verkauf diente zur Tilgung von Schulden aus dem Sonderbundskrieg. 1870 kaufte der Kanton die Klosteranlage zurück und richtete die Kantonale Psychiatrische Klinik ein.)......
.....die Klosterkirche St. Urban, erbaut von Franz Beer (1711–1715), ist ein beeindruckendes Beispiel barocker und zisterziensischer Architektur. (Weniger bekannt ist, dass der Dachstock der Klosterkirche seit gut 2 Jahrhunderten besondere Bewohner beherbergt. Das grosse Mausohr – eine stark gefährdete Fledermausart – hat im Dachgebälk der Klosterkirche ein festes Zuhause gefunden.)...
...dem Rot Bach entlang starten wie nach dem besonderen Einstieg nun zu unserer Wanderung.....
...und tauchen in eine stille, wasserreiche Landschaft ein....
...Frauchen meint zwar es wäre zu kalt, aber ich muss mir da einfach ein ausgiebiges Fussbad genehmigen....
....bevor wir
 die ehemaligen Säge auf der Höhe von Roggwil erkunden.....
.... Wasserräder, einfach immer wieder faszinierend diese alte Technik zur Energiegewinnung ....
....die einst das natürlich fliessende Wasser genutzt hat..
.....rechts von unserem Weg begleitet uns ein kleiner Kanal. Der eine weitere spannende Geschichte zu erzählen hat, von e
iner selten gewordene Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung......
 ...im Oberaargau liegen die letzten in der Schweiz erhaltenen Wässermatten. Reste einer ehemals im Mittelland der Schweiz verbreiteten Kulturform der genossenschaftlichen Wiesenbewässerung und Düngung. (Der Ursprung lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurück verfolgen. Noch heute werden die uralten Wässerzeiten und -rechte eingehalten und die Wässermatten werden auf rund 110 Hektaren dreimal pro Jahr überflutet)....
...in der Zwischenzeit sind wir beim Zusammenfluss von der Langenten und der Rot angelangt.....
...die nun gemeinsam unter der Bezeichnung Murg weiterfliessen......
....unser Wanderweg folgt nun dem Rot Kanal in Richtung Murgenthal...
....die einmalige Naturlandschaft, eine pulsierender Industrie und vielfältige Verkehrswege teilen sich da das wasserreiche Gelände. (So alle 3-5 Min brausen z.B. auf einer der beiden Bahnstrecken riesige Zugskompositionen vorbei - die gehörig Lärm verursachen) 
....unser Wanderweg führt uns nur kurz durch das Gewusel der  modernen Zeit und flux sind wir an der Aaare angelangt...
...die alten Holzbrücke die den Kanton Aargau mit dem Solothurnischen verbindet (Die gedeckte Holzbrücke, die Fulenbach–Murgenthal verbindet, ist 1863 eröffnet worden - wir bewegen uns heute im Grenzland von vier Kantonen: Luzern, Bern, Aargau und Solothurn)...
....den Rest unserer Wanderung begleitet uns nun die Aare.....
...sowie vielfältige Frühlingsblumen, wie das Schlüsselblümchen, auch Himmelschlüsselchen genannt. Hauptsache es schliesst nun das Tor zum Frühling nun endgültig auf....
...die Murg, die wir beim Zusammenfluss von Rot und Langenten bereits kennen lernten - mündet da in die Aare.....
....gute Augen sehen diverse Kormorane die auf den Sandbänke Pause machen und ihre Flügel an der Luft trocknen.....
...Flusswanderungen haben einfach einen besonderen Charm....
....und immer wieder ein Auge für die blühenden Kleinode am Wegrand, der  Lerchensporn macht sich gut im weissen Buschwindröschen Teppich....
....und bereits schiebt sich ein weiterer, sehr alter Kraftort ins Bild...
....die Kirche von Wynau gilt als eine der ältesten im Kanton Bern und fasziniert wegen ihrer besonderen Lage direkt oberhalb der Aare....
....die heutige Kirche steht auf Fundamenten noch älterer Kirchen und war einst dem heiligen Mauritius geweiht (In einer Urkunde aus dem Jahre 1201, in der Wynau als „Wimenowe“ wurde sie erstmals archivalisch erfasst).....
...sehr einladend und geeignet für eine Erholungspause....
.....in ihrer Farbigkeit ist ihr Innenraum unüblich für Reformierte Kirchen (1912 entdeckte man bei Renovationsarbeiten prachtvolle Malereien, welche während der Reformation überweisselt wurden.) ....
...die Aare führt aktuell sehr wenig Wasser, also bummeln wir noch ein wenig auf den Kiesbänken.....
....den Reigen der sich der Biswind mit der blinzelnden Sonne erlaubt - zaubert heute besondere Stimmungsbilder ans Himmelszelt..... 
...und uns überrascht in Flussnähe das gelbe eher seltene  Buschwindröschen am Wegrand.....
....nur wenige Meter daneben eine Gruppe der rosa Variante....
...auf kleinstem Raum sind da alle drei uns bekannten Buschwindröschen vertreten - die weisse Variante blüht in diesem Jahr mit besonders riesigen Teppichen....
...vorbei an der Fähre von Wolflwil, wo wir schon so manches mal über gesetzt haben, bummeln wir nun weiter westwärts....
....beim Wasserkraftwerk Wynau-Schwarzhäsern wird ganz viel investiert. Fische sollen eine "Wanderhlife" bekommen - die glitschigen Kollegen wird's freuen.....
....in Aarwangen beim schmucken Schloss endet unsere heutige Tour. Der mächtige Bergfried aus Bossenquadern wurde 1265 erbaut. Vermutlich zur Bewachung/Sicherung des wichtigen Flussübergangs.....
....ein letzter Blick auf die Aare.....
....bevor uns das Bipperlisi, wie dieser Zug im Volksmund genannt wir, bequem in die nähe meiner Hudehütte zurück bringt..
Tourenplan: Eigentlich ist  St. Urban keine 25 Km Luftlinie von meiner Hundehütte entfernt und doch war es fast ein Weltreise bis wir mit dem ÖV dort angelangt sind, liegt für uns einfach nicht am Weg - daher birgt die Region für uns so manches ungekanntes Juwel. 

Dienstag, 8. März 2022

Zum Hungerbrunnen in Rütschelen "Quellen u.Brunnen 2022"

Wir sind auf Erkundungstour im nahe Oberaargau....
... in dem uns bis anhin unbekannten Gemeine Rütschelen soll es einen Hungerbrunnen geben....
.... zuerst bestaunen wir im Dorf die vielen alten und meist gut unterhaltenen alten Häuser....
....ein ehemaliges Bauerndorf mit einer langen Geschichte (Die erste urkundliche Erwähnung von Rütschelen datiert aus dem Jahre 1273 als Ruschole.) ...
... zuerst steigen wir nun zum Spiegelberg hoch...
...dem Rütscheler Hausberg, von dem einst bei Gefahr Feuer- und Spiegelsignale gesandt wurden...
... denn weit reicht da der Blick  übers Mittelland und zum Jura...
... nun aber zügig auf die Suche des Hungerbrunnens (Als „Hungerbrunnen“ werden Quellen bezeichnet, die während strengen Trockenphasen eine  verringerte Schüttungen zeigen oder gar versiegen)....
... leider rinnt auch heute kein Wasser am Brunnen, hoffentlich ist das kein schlechtes Ohmen...
... denn kein Wasser bedeutet auch Armut und Hunger - da kann die Region einiges dazu erzählen (Mitte des 19. Jahrhunderts ist Rütschelen wegen grosser Armut besonders stark von der Auswanderung betroffen. Die Burgergemeinde musste im Äbnit 574 Eichen abholzen und mit dem Erlös von 13'000 Franken 41 auswanderungswilligen Rütschelern die Reise nach Amerika bezahlen. Von 1850 bis 1920 verminderte sich die Bevölkerungszahl um rund einen Drittel) ..
...da galt es Abschied  zu nehmen (in diesem Bezug steht auch der Röselistein, da sollen sich Verliebte getroffen haben, wenn der Allerliebste in den Wehrdienst musste,  um einander ein baldiges Wiedersehen zu wünschen).....
... die Burgergemeinde besitzt und pflegt die grossen Wälder rund um Rütschelen und ihre Waldhütte lädt zu einer ausgiebigen Pause ein.....
...im tiefen Wald treffen wir auf den Hexenplatz, (des Nachts, wenn es  da finster und gespenstig ruhig ist  - sollen Hexen sogar auf diesem Platz tanzen).....
... Dornegggütsch, wir haben wieder einmal einen Bergpreis verdienst....
...und geniessen die weiten Ausblicke ins Land, leider mit viel Dunst (der Pilatus ist kaum zu erkennen). Der Hof zu unseren Füssen nennt sich "Steinhaufen"...
....Frauchen schau mal, da vorne ist ein spezieller Baum....
... als Kirschbaum lässt er sich beim Näherkommen erkennen...
...wenn der knorrige Baum uns doch seine Geschichte erzählen könnte...
....sein Ausblick zum Jura ist enorm, ich sichten sogar gut wo meine Hundehütte steht...
... mit alten Hohlwegen wird da auch nicht gegeizt, dieser soll ehemals eine wichtige Verbindung von Solothurn in die Innerschweiz gewesen sein (Es ist anzunehmen, dass mit der Eröffnung des Weges über den Gotthard im 13. Jahrhundert diese  Verkehrsbeziehung zwischen Solothurn und der Innerschweiz aufgebaut worden ist)...
...und weiter beleibt es spannend....
... der Rückweg führt uns in den Rittergrabenwald. Sagenumwoben und geheimnisvoll, doch eine Burg haben wir nirgends gefunden...
...im Dorfteil "Flösch" (eine alte Bezeichnung für einen Ort wo sich das Wasser/Regen sammelt) treffen wir wieder auf sorgfältig umgenutzte ehemalige Landwirtschafts Gebäude...
.... und Märzenbecher in den Weiden, Frühlingsblüher die wir immer wieder gerne bestaunen...
...ein letzter Blick zurück auf Rüschelen, die herrliches Waldquellwasser in ihren Haus Leitungen haben..
... auf dem Rückweg zu unserem Ausgangpunkt in Bleienbach werden wir bei einer weiteren Waldhütte, so quasi als Abschiedsgeschenk, von diesem Eichhörnchen Brunnen überrascht.
Tourendaten: Unser Besuch beim Hungerbrunnen hat sich enorm vielfältig und spannend gestaltet und hat uns viel Wissenswertes anschaulich vermittelt. Durch die Broschüre "Rütschelen Geschichtsträchtig" wurden wir zu dieser Tour ermuntert.