Im Drei-Seen-Land, am Murtensee brechen wir heute zu einem Bummel über dem Mont Vully auf...
.... von Praz steigen wir gemütlich durch die Rebberge hoch...
... westwärts in Richtung Sandsteingrotten "Le Grottes/Les Roches Grises"....
....und schon erwartet uns der erste steile Hohlweg......
...der liebliche Hügelzug des Vully hat, nach einer ganz alten Sage, sogar den Teufel fasziniert....... also hat er sich im Vully eine riesengrosse Festbehausung mit Tuchwerk, weichen Teppichen, riesigen Kronleuchtern und mit viel Licht geschaffen........ mit je einem Panoramafenter zum Neuenburger- und dem Murtensee an denen er gerne gesessen ist ......bis eines Tages der Riese Gargantua über den Jura zog und auf dem Vully rast machte, dabei klaute der Teufel ihm einen Schinken - das war dem Riesen dann doch zu viel........er kramte aus seinem Sack einen Kieselstein (Felsbrocken) und schleuderte ihn in Richtung des Teufels, der gerade am Westfenster sitzend, den Schinken kauend die Aussicht genoss...... da liegt er nun - der bekannte "Stein von Cobot" - des Riesen Gargantiua. Vor dem ehemaligen Nordfenster des Teufelspalastes ....... von da an nutzte der Teufel den Wurfstein als "Drehstein" („La Pierre du Palet Roulant“ – Stein des rollenden Palastes), der sich bei Vollmond - um Mitternacht drehte/öffnete und mit seiner glitzernden Lichterpracht Menschen in den Teufelspalast anlockte - diese fanden den Ausgang jedoch niemals wieder und blieben auf immer verschollen .....
..... in späteren Jahren soll es ein Priester geschafft haben, mit einer Zeremonie und einem Kreuzzeichen auf dem Stein, diesen fest an seinem Platz zu verankern und damit den Zugang zur Hölle für immer zu schliessen. (Der "Kieselstein" des Riesen stamm übrigens ehemals aus der Furkagegend und ist mit dem Rhonegletscher hierhin gewandert. Der Stein wird heute auch Agassiz Stein genannt, nach einem berühmten Forscher der dies belegt hat) ...... duch diesen herrlichen Hohlweg peilen wir nun den Wistenlacher Berg an..... um da nochmals tief in die Geschichte einzutauchen.......ein ehemaliges "Oppidum" -enorm- was die Kelten da, vor langer, langer Zeit auf dem Wistenlacher Berg geschaffen haben.......ein wichtiges, überregionales Zentrum soll es zu der Zeit im Drei-Seen-Land gewesen sein......da muss ich unbedingt nachsehen - was die da für Aussichten genossen haben......tia, aia, mir gefällt sie jedenfalls sehr.........und für uns wird es, nach dem reichen schnuffeln in der Vergangenheit, Zeit für einen ausgiebigen Mittagsschmaus auf dem höchsten Punkt....... frisch gestärkt folgen wir nun einem weiteren alten Pfad........ entlang von beachtlichen Baumbeständen...... und einem wunderbaren Ausblick auf den Murtensee...
...einen Wanderstab habe ich in der Zwischenzeit auch gefunden......und wie könnte es heute anders sein, ein weiterer Hohlweg führt uns nun in Richtung See.....oberhalb vom Dörfchen Nant steigen wir aber gleich nochmals den Hang hoch...... und schnuppern noch ein wenig bei der "Ruine du Château fort de Nant", ein weiteres Relikt der reichen Vergangenheit des Mont Vully. ("La Tour Sarrazine" stammt wahrscheinlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert.) ....... als Zugabe sichten wir auf der Hochebene wunderbar blühende Schwarzdornsträucher.......und werfen einen letzten Blick hoch zum Gipfel des Mont Vully.........und steigen nun, vorbei an der von mir sehr geschätzten Tankstelle, endgültig in Richtung Murtensee ab...... duch steile Rebbgärten mit reichem Frühlingsflor, .....meine Begleiterin möchte sich am liebsten da in die Wiesen setzten und den Tag ausklingen lassen ..........doch ich habe noch eine andere Sehnsucht......es war nämlich ganz schön warm duch die Rebhänge.......also lassen wir, mit dieser Stimmung, gemeinsam den reichen und vielfältigen Wandertag ausklingen.
Torurendate: Diese spannende und vielfältige Tour quer über den Mont Vully benötig einiges mehr Zeit als die reine Wanderzeit, eine Zugabe von mindestens zwei bis drei Stunden ist empfehlenswert (auch ohne Restaurant Besuch).













