Schon die Römer solle ja über den Bötzberg gezogen sein, da wollen wir heute einmal etwas ausgiebiger schnuffeln gehen......in Linn starten wir auf einer sanft gewellte Hochebene des Tafeljuras.....
... in den lichten Föhrenwäldern da soll es Lebensraum
für zwei Dutzend Orchideenarten geben...... einige wenige haben ich am Wegrand bereits gesichtet....... zuerst durchstreifen wir das Sagemülitäli......da inspizieren wir den alten Steinbruch wo ich ein erstes Fussbad geniesse...... und ein Labyrinth ausgelegt wurde....... und besuchen natürlich auch den höchste
Wasserfall im Kantons Aargau, der mit seinen gut 5m Höhe sich doch eher bescheiden zeigt......im
Sagenmülital fliessen in der Nähe des Steinbruchs gleich drei Bäche zusammen und keiner lässt es sich nehmen vor der Vereinigung über einen Fall zu stürzen........in der Zwischenzeit sind wir in ein Nebentäli abgezweigt.......und stapfen nun durch diese herrlichen Weiden etwas nordwest wärts..
...auf der Karte ist da ein Waldstück als Hexenplatz bezeichnet. Doch Hexen habe ich keine gesichtet und auch keine Geschichte zu ihnen gefunden......dafür finden wir die Bruderhöhle, sie wird auch Erwiibli- oder Erdmandlihöhle genannt. Gemäss einer alten Sage sollen einst in der Karsthöhle hilfsbereite, kleine Wesen gehaust haben.......über die Entstehung der Bruderhöhle ist nur wenig bekannt, auf jeden Fall ist die die Höhle als Einsiedlerbehausung bereits um 1840 auf einer Karte eingezeichnet ...... wir haben in der Zwischenzeit den Wald verlassen, sind durch das Dorf Effingen gebummelt und ziehen nun wieder übers weite Land......in der Nähe des Fohlenhofes hat ein Pferdchen bei meinem Herrchen spontan Streicheleiheiten abgeholt und wollte unbedingt schmusen, irgendwie waren sich die Zwei besonders zugetan....... und die Landschaft bleibt ungemein ansprechend.......ob die Nussbaum Allee da, wohl bereits die Römer gepflanzt haben.......die Walnuss oder Baumnuss (Juglans regia) soll ja bereits vor der
letzten Eiszeit hier heimisch gewesen sein, starb dann aus und soll dann von den Römern
als Kulturpflanze wieder über die Alpen gebracht worden sein....... würde passen, denn wir sind jetzt auf einer Trasse unterwegs den bereits die Römer einst über den Bötzberg benuzt haben.......Spuren suchen gehört ja zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.....
... doch über eine längere Strecke bedarf es einiger Fantasie sich den Römerweg in der zum Teil sehr tiefen und überwucherten Hohle vorzustellen...... doch im Teilstück, das 1922/1968 zu Forschungszwecken freigelegt wurde, wird es dann vorstellbar, wie die Passstrasse einst beschaffen war.....
... da gilt es zu gucken und zu staunen, dieser Weg soll über Jahrhunderte ein wichtiger Verbindungsweg vom Aaretal ins Fricktal (Vindonissa-Augusta Raurica) gewesen sein - wenn man sich da noch Pferde mit Transportwagen dazu denkt- könnte einem die Spucke weg bleiben........noch heute ist der Bötzberg eine wichtige Verbindung zwischen Zürich und Basel. Neben der heute gut ausgebauten Passtrasse, wurde 1879 ein Eisenbahntunel duch den Bötzberg realisiert und 1996 brachte die Autobahn duch den Bötzberg die ersehnte Entlastung der Strasse über den Pass.........in der Zwischenzeit haben wir wieder Augen für die herrliche Landschaft...
..und treffen auf eine Gans im angriffs Modus, sie ist in Gesellschaft von zwei recht friedlichen Kaisergänsen da am Weiden.......natürlich besuchen wir auch noch unsere alte, liebe Bekannte - die Linde in Linn....... diese tolle Aussicht scheint sie fit zu halten....... und über mangelnde Sozialkontakte kann sie sich ebenfalls nicht beklagen..Routenplan: Ein lohnender Ausflug in eine spannende Vergangenheit der Verkehrsgeschichte und die vielfältige Landschaft im Tafeljura im Übergang zum Faltenjura. Dabei gilt natürlich auch ein Besuch bei der ca. 800 jährigen Linde in Linn zur angenehmen Pflicht.






