Es ist wieder einmal an der Zeit in der reichen Vergangenheit zu schnuppern...
..... zuerst suchen wir den alten Römerweg über den Unteren Hauenstein - er war neben dem Oberen Hauenstein und dem Bötzberg wohl einer der ehemals wichtigsten Pässe auf dem Weg vom Mittelland nach "Augusta Raurica" ...... zwischen dem Felsdurchbruch und dem nördlichen Waldausgang wurden 1993 drei Karrgeleise freigelegt. Sie liegen heute leider wieder unter der geschotterten Wegoberfläche .......der Weg führte ehemals über den Felsen an der 1237 erwähnten und später abgestürzten Nicolai-Kapelle vorbei und erst nachträglich durch den Felsen..... wir sind vorsichtig auf den Felsen hochgekraxelt, einen Absturz wie die ehemalige Kapelle da - wollen wir ja nicht riskieren......... der Übergang da muss ehemals sehr beschwerlich gewesen sein wie das Bild vom Kunstmaler Heinrich Jenny aus dem Jahr 1860 zeigt (zur Unterstützung schwerer Lasttransporte bei steilen Passagen wurden Seilwinden oder Seilhaspeln eingesetzt.)..
...oben auf dem Unteren Hauenstein verlassen wir die direkte Passroute und wandern über die Wisnerhöchi....
.....unserem nächsten Etappenziel, dem Flueberg zu.....
.....dabei entdecken wir die Kreten der Geissflue und der Fohburg, die wir im Juli erwandert haben...... und die Idee zur heutigen Tour entstanden ist......heute wollen wir die schon länger lockende Flue da vorne besteigen ...
...das Dorf Wisen und den dahinter liegenden Wiesenberg werden wir anschliessend auch noch besuchen...... doch vorher lenkt ein Urzeitblick unsere Aufmerksamkeit auf sich.......der eine längst vergangene und kaum vorstellbare Zeit erklärt....
.... die Urgeschichte, dass da dereinst die die Rhone und später die Donau duchs Aaretal geflossen sein soll - fasziniert enorm..... und weiter über Juraweiden, die riechen einfach immer besonders gut (meine Begleiterin hat da einen Falken lange bei der Jagt beobachtet- doch Bilder sind ihr nicht gelungen).............spielend können wir da auch den ganzen Tag verbringen.....
...doch wir haben ja heute noch einiges vor - ein kurzes Stück den Wald hoch und schon liegt das Dorf Wisen zu unseren Füssen......ein wunderbares Plätzchen haben wir heute für unseren Mittagsschmaus auf der Flue ausgesucht........ auch wenn die Alpenkette sich wieder einmal im Dunst versteckt....... etwas abenteuerlich, aber erfolgreich haben wir den direkten Abstieg in Richtung Wisen in der Zwischenzeit geschafft......und erhaschen einen ersten Blick in Richtung Schwarzwald......auf solchen Pfaden laufen unsere Füsse/Pfoten wie von selbst....... und schon winken wir dem Flueberg das letzte mal, bevor wir auf der anderen Seite den Wisenberg hoch bummeln...... mit 1 001 Höhenmeter ist er eine ehemalige Hochwacht, die von 1755 bis zum zweiten Weltkrieg zur Beobachtung und Alarmierung genutzt wurde ...... wer die 125 Stufen hochsteigt wird mit einer wunderbaren rundum Aussicht belohnt....... westwärts über unzählige Jurahöhen...... weit in den Schwarzwald, wenn es denn der Dunst erlauben täte....... sowie übers weite Mittelland bis zu den Alpen......am Fusse des Wisenberg treffen wir auf Bad Ramsach, dass seit dem 15. Jahrhundert als Bade-, Kraft-
und Ruheort bekannt ist und auch uns in seinem Garten herzlich bewirtet..... gut so, denn wir brauchen noch Energie für eine weitere historische Erkundung...... die Ruine Homburg, die im Jahre 1240 vom Graf Hermann von Frohburg zur Überwachung des Transitverkehrs am Unteren Hauenstein erbaut wurde...... die Burg mit dem grossen Wohntrakt wurde 1798 erobert und niedergebrannt und ist anschliessend stark zerfallen. (2008–2010 wurde die Anlage einer gründlichen baugeschichtlichen Untersuchung und Restaurierung unterzogen und so erzählt sie uns ungemein viel spannendes)....
...durch das Scheiteltunnel des Hauensteins bringt uns das "Läufelfingerli" wieder ins Mittelland zurück. (noch eine weitere historische Begegnung, ist diese Tunnel doch das älteste Eisenbanhntunel in unserem Lande und wurde 1853–1858 erbaut.) ...... über Jahrhunderte diente der Untere Hauensein als wichtige Etappe der internationalen Nord-Süd Handelsstrasse. Erst in der neueren Zeit übernahmen der Hauenstein Basistunnel der Eisenbahn 1915 und der Belchen Autobahntunnel 1970 den grössten Teil seiner Aufgaben......
Tourendaten: Enorm reich ist die Landschaft und Geschichte am unteren Hauenstein die wir heute erpfotet und etwas intensiever erschnuppert haben.